Aktionswoche: IG BCE erhöht den Druck auf Arbeitgeber

Mehr als 200 Aktionen mit mehr als 50.000 Teilnehmern: Vom 4. bis 8. November hat die IG BCE zu einer bundesweiten Aktionswoche aufgerufen. In ganz Deutschland haben die Beschäftigten der Branche so gezeigt, dass sie hinter der IG-BCE-Forderung der diesjährigen Chemie-Tarifrunde stehen.

Mit Tarif-Aktionen unter dem Motto „Es wird Zeit!“ erhöhten die Beschäftigten zwischen der ersten und zweiten Verhandlungsrunde den Druck auf die Arbeitgeber. Dicke Bretter bohrte die IG BCE zum Beispiel in Bayern: Mitglieder des Bezirks Augsburg nahmen auf der Tarifbaustelle am Industriepark Gersthofen Bohrer und Bretter in die Hand, um sich für die Forderung einzusetzen – mit Werkzeugkoffern, viel Tatkraft und einer Prise Humor.

Bottrop, Bobingen, Berlin – überall in Deutschland beteiligten sich die Mitglieder an der Aktionswoche. Die Aktionen waren vielfältig, bunt, kreativ – und laut. Ihre Bandbreite reichte von tarifpolitischen Mittagspausen über Aktionen vor dem Werkstor und Mitgliederfesten bis hin zu klassischen Tarif-Demonstrationen. In der Friedrich-Eberthalle in Ludwigshafen kamen zum Beispiel rund 1000 Mitglieder zum Mitgliederfest zusammen. Die Auszubildenden im Chemiepark Krefeld/ Uerdingen setzten sich mit einem Demonstrationszug in Bewegung.

Einen Tag vor der zweiten Verhandlungsrunde machten IG BCE und fast eintausend Beschäftigte im Industriepark Höchst zusätzlich Lärm. Sie bildeten eine ein Kilometer lange Menschenkette rund um mehrere Gebäude auf dem Gelände und unterstützten mit Rufen, Tröten und Fahnen die Forderung.   

Die IG BCE fordert für die 580.000 Beschäftigten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie ein persönliches Zukunftskonto in Höhe von 1000 Euro jährlich. Jeder Beschäftigte soll entscheiden, können ob er sich das Geld auszahlen lässt oder in Freizeit umwandelt. Außerdem fordert die Gewerkschaft die Einrichtung der bundesweit ersten tariflichen Pflegezusatzversicherung, eine Qualifizierungsoffensive zur Begleitung des digitalen Wandels sowie eine spürbare und reale Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen.

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